Schiffbruch im Oberland

Nachdem Floorball Köniz zuletzt in Winterthur auf die Siegesstrasse zurückgefunden hat, gab es im Berner Oberland einen erneuten herben Rückschlag. Die Mannschaft von René Berliat unterlag Schlusslicht UHC Thun mit 3:4. Der entscheidende Treffer fiel in der letzten Sekunde. 

In den letzten Minuten drückte Floorball Köniz vehement auf den vierten Treffer. Der Könizer Druck schnürte die Gastgeber regelrecht in der eigenen Platzhälfte ein. 60 Sekunden vor Schluss prallte ein Schuss von Hampus Dargren, der das leere Tor vor sich fand, an die Latte. Die Thuner machten den eigenen Slot dicht, Sven Körner, der ehemalige Köniz-Goalie, wuchs über sich hinaus und wehrte auch die letzten verzweifelten Abschlussversuche ab. Und dann passierte es: nach einem weiten hohen Ball, sah sich Jesper Johansson gleich mit zwei Gegenspielern konfrontiert und musste die Notbremse ziehen. Eine Sekunde vor Schluss entschieden die Schiedsrichter auf Penalty. Thomas Kropf liess sich diese Chance nicht entgehen, behielt die Nerven und brachte die MUR-Halle mit einem trockenen Abschluss zum Beben.

Köniz verlor die drei Punkte allerdings nicht in der letzten Sekunde. Der erste Abschnitt wurde von den Vorstädtern dominiert. Aber weil sie vor dem gegnerischen Tor zu nonchalant agierten, resultierte aus den zahlreichen Chancen nur ein Törchen. Mit effizienten ersten 20 Minuten hätte Köniz das Schlusslicht bereits in die Schranken weisen können. Doch so wuchs bei den zu jeder Zeit mit viel Herzblut kämpfenden Thunern mit jeder Sekune und vergebenen Chance des Gegners der Glaube an einen Sieg.

Einstellungsmässig kann man den Könizern nicht viel vorwerfen, in defensiver Hinsicht stimmte die Leistung ebenfalls. Was fehlte, war – vor allem in der ersten Spielhälfte – die letzte Konzentration im Abschluss. Dafür wurde Köniz brutal bestraft. Ärgerlich ist die Niederlage vor allem auch, weil die Unihockey Tigers im Spitzenkampf Wiler-Ersigen ein Bein stellten und Floorball Köniz dadurch wieder auf drei Punkte an den Leader hätte herankommen können. Stattdessen rutschte man auf den dritten Rang ab. Erneut hat Köniz also, wie schon beim Direktduell gegen Wiler, eine grosse Chance verpasst, die Konkurrenten im Zaum zu halten.

 

UHC Thun – Floorball Köniz 4:3 (1:1, 1:1, 2:1)

MUR, Thun. 265 Zuschauer. SR Schüpbach/Studer.

Tore: 13. Johansson (Zaugg/Ausschluss Zimmermann) 0:1, 19. Meier (Linder) 1:1, 27. (26:11) Frey (Scheuner) 2:1, 28. (27:57) Ledergerber (Maurer) 2:2, 41. (40:33) Maurer (Ledergerber) 2:3, 53. Götti (Beaud) 3:3, 60. (59:59) Kropf (Penalty) 4:3.

Strafen: je 2×2 Minuten gegen beide Teams.

Köniz: Genhart; K. Schmocker, Gurtner; Castrischer, Johansson; Kuchen, Herzog; Müller; Dargren, Ledergerber, Maurer; Michel, Hutzli, Zaugg; Pillichody, Doza, Bolliger; O. Schmocker.

Bemerkungen: Köniz ohne Eder (nicht eingesetzt), Saner (verletzt) und Ruh (U21). 20. Kuchen verletzt ausgeschieden.

Author: | 2017-12-04T18:16:44+01:00 4. Dezember 2017|NLA, Top-News|
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