Wir stehen bereits tief im Sportjahr 2019. in Australien schlagen sie sich gelbe Bälle um die Ohren, die Schneetage am Lauberhorn konnten erfolgreich für das Land mit dem Käse gestaltet werden und die Fussballer des FC Thun haben sich mit Puck und Stock versucht.

Und wir ?

Wir durften unsere Spiele äusserst erfolgreich bestreiten und haben in der heimischen Lebermatte verdient die Punkte eingefahren. Jetzt stehen die Schiiferien vor der Türe und unser «Bewegungs-Grüppli» schrumpft auf ein Minimum. Ich verstehe das… gehöre ich doch auch zu denen, für welche 2 Brättli die Welt bedeuten. Sonne, Schnee und bitsli gefrorenes Wasser befreit Geist und Seele. Vom Aprés-Ski inklusive «Kurven-Kafi» wollen wir gar nicht sprechen.

Mir fällt es in dieser Phase der Saison nicht leicht, das Training in andere Hände zu legen. Selbstverständlich wäre ich lieber an Bord und möchte das Steuer in den Händen halten, um in ruhigen Gewässern zu bleiben. Glücklicherweise ist es gelungen, zwei patente «Gäste» zu engagieren, welche die Trainings in der kommenden Woche abhalten. Mich freut das. Wahrscheinlich werde ich dafür einmal als Fussballlehrer auf dem knackigen Kunstgrün erwartet, um die getätigte Dienstleistung auszugleichen – oder Franco ?

Hhhhmmm … Fussball ist ein schöner Sport, man spielt den Ball per Fuss, ebenfalls erlaubt ist auch das köpfeln mit dem Kopf, nimmt man dann die Hand zur Hand, pfeift der Schiri ab und verwarnt den Bösewicht mit der gelben Papp. Unihockeyaner sind nicht immer besser mit dem grossen Ball ohne Löcher. Meine Recherche beweist: der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Wenn die Azzurri im eigenen Strafraum Beton mischen, die Schweizer ehrenvoll gegen Aserbaidschan verlieren, wissen wir nicht, warum wir verloren haben, wahrscheinlich haben die Anderen gewonnen?! Wie auch immer, ich schweife ab…

Ich habe unsere Ziele bis Ende Saison definiert, das Team darüber informiert und mein Training für die entscheidende Phase vorbereitet.

Ziel eins:

Wir wollen den zweiten Tabellenrang in der Gruppe 4 festigen und bis zum Ende der Saison behalten. Wir weisen zwar die schlechtere plus/minus Bilanz auf, gehen jedoch im Gleichschritt mit Derendingen und haben das direkte Duell noch vor uns. Im ersten Spiel besassen wir die klar besseren Möglichkeiten, mussten aber lange zittern, bangen und hoffen für den Punktgewinn. Wir sind weitergekommen in der Entwicklung unseres Teams und ich sehe diesem Spiel entspannter entgegen. Auch ein Trainer kann und darf während der Saison eine Entwicklung durchmachen und wird, vielleicht dank dem oben genannten «Steilhang-Kafi», nach dem Spiel besser mit dem gegnerischen Trainergespann umgehen als letztes mal…

Ziel zwei:

Wir wollen am kommenden Sonntag gegen Zulgtal Eagles gewinnen oder punkten. Es ärgert den Schreiberling, dass er dieses Team nicht bezwingen konnte und mit einer klaren Niederlage das knackige Kunstgrün – sorry, natürlich den «Bitz» verlassen musste. Dabei hatte nur ein einziger Spieler den Unterschied gemacht. Mich fuxt es noch heute beim Gedanken daran, dass jeder Abschluss aus dem Halbfeld bei uns im Tor landete und wir nicht in der Lage waren, diesen Spieler zu stoppen? Wir sind nicht FBK, damit wir uns das nochmals gefallen lassen. Eine spezielle Spielweise und ein wenig Aprés-Schii» für den Coach kann dabei behilflich sein. Wir haben in den Trainings intensiv gearbeitet, viel Fussball gespielt (haha) und einen Weg gefunden, diesen Spieler anzusteuern. Das Ziel ist, den Spieler mit der Nummer 46, wenn auf dem Feld, direkt anzugehen und ihm das Leben sehr schwer zu machen. Sollte diese Taktik aufgehen und wir den angestrebten Punktgewinn hinkriegen, dann singen wir: Volltreffer, Volltreffer wieder mal ein Tor, jeder Schuss ein Treffer, jeder Schuss geht rein, Volltreffer, Volltreffer alle singen mit, dieses Unihockeymatch war ein super Hit… Die Welle mit den Fans wird nicht fehlen und Abklatschen wird wieder zum Thema. Das ich mich in einem Training mit dem grossen Ball wiederfinde, ist eine schöne Nebensache.

Zurück zu den Sportferien, wieso eigentlich Sportferien… ? Diese verhindern den Einsatz der Top- 6 Spieler, doch unsere weiteren Spieler machen den positiven Unterschied. Darauf bin ich aus tiefstem Herzen stolz und froh. Die Junioren B sind in diesem Jahr eine gutgeölte, harmonische und ausgeglichene Mannschaft, ein Team, eine Gruppe in welcher jeder von ihnen ein Schlüsselspieler ist. Was will ich mehr ? Vielleicht einen weiteren «Pisten-Kafi» damit ich einen geeigneten Schluss für diesen Bericht finde…

Sonne hin, Unihockey her, in der kommenden Woche mache ich das hübsche Örtchen Tschierv (auf rätoromanisch bedeutet das Hirsch, anm. d. Red.) unsicher und am Sonntag zu früher, christlicher Stunde werden wir erleben, ob den schönen Worten auch die geplanten Taten folgen… sn.