Ich sitze auf meinem Bänkli im Geräteraum der Turnhalle und warte auf das zeitnahe Training welches noch stattfinden soll. Meine Spieler haben das mit dem grossen und kleinen Zeiger nicht immer gleich gut im Griff? Doch sprechen wir über den Geräteraum:

Der Geräteraum ist mir vertraut, hier ist immer Leben und immer ist etwas los, irgendwer ist hier immer «auf Tour». Hoffnung und Enttäuschung, hier ist Platz für alle zwei, der Eine siegt, der Andere verliert. Jeder mit der Hoffnung des Erfolgs in der Tasche, der Geräteraum saugt sie alle auf und spukt sie wieder aus.

Ich nenne ihn den «Geräteraum der Träume», doch mancher Traum bleibt ewig Illusion. Für Den, der seinen letzten Traum, lange schon verloren hat, ist manchmal der Geräteraum Endstation.

Ich hänge etwas in Gedanken, was hätten wohl die Wände- und Bälle alles zu berichten? Wir sind nicht an der Klagemauer, doch ganz im Stillen kann ich es hören, dieses Gejammer von vielen, vielen Bällen, welche durch meine Junioren mit Wucht, Kraft, Wut und Übermut ans Gemäuer gehämmert wurden.

Garderoben von Sporthallen sind Knotenpunkte von Spielern, Spieler deren Wege sich kreuzen, manchmal Anfang für ein neues Ziel, oder Abschied ohne Wiederkehr. Rätselhafte Orte, wie ein Gefühl. Jeder ist beschäftigt, nur mit sich und seinen Vorbereitungen. Hier kannst du als Spieler und als Coach echt alleine sein. Im kargen Licht von besonders filigranen Glüh-Sparlampen, bei Nacht und auch am Tag, am Puls des Spiels, nur mit dem einen Ziel.

Ich nenne sie die «Garderobe der Träume», doch mancher Traum bleibt ewig Illusion. Für Den, der seinen letzten Traum, lange schon verloren hat, ist manchmal die Garderobe Endstation.

Inzwischen sind meine Jungs (doch noch) zum Training erschienen, ich bin überzeugt, dass jeder von ihnen ein Gewinner sein kann. Jeder kann eine entscheidende Aktion aufs Parkett zaubern oder mittels eines spektakulären «Mufs» für den Unterschied verantwortlich sein. Das mit dem Zeiger in gross und klein verschieben wir jedoch auf kommende Woche und nach ein paar zügigen Übungen kommen wir so richtig in die Gänge. Ich denke, also bin ich? Mit diesen Gedanken endet die Bewegungseinheit unseres Grüppchens. Genug der philosophischen Ansätze.

Ich bin froh, einen «Geräteraum voller Träumer» zu haben, Jungs die für Überraschungen sorgen, unbeschwert ein unerwartetes Tor erzielen, eine hundertprozentige Chance höflichst auslassen und im nächsten Training die Bälle mit Wucht, Kraft, Wut und Übermut an die Mauern im Spiegel hämmern (sn).