Ist es nur ein Traum oder geht die Saison wirklich bereits wieder los ? Doch es ist kein Traum … Früh morgens steht ein etwas verschlafender Trainer mit kleinen Augen vor vollem Pappbecher mit «Krönchen-Mischung». Diese Premium-Mischung aus Kafi, hilft zwar über den ersten Schock des Erwachens hinweg, doch erst der Anblick eines süssen, unschuldigen «Spitzbuebs lassen die kleinen Augen gross leuchten. Tatort Raiffeisen-Arena Gürbental, sehen wir mal nach den Teams, mit welchen wir uns in den kommenden Monaten duellieren und Punkte streitig machen werden. Welsches Unihockey ? Was für ein Kulturschock für den Trainer, der genüsslich in seinen «Spitzbueb» beisst und dabei an seinen hilflosen Versuch zurückdenkt, als er auf dem Aéroport Genève Cointrin mit Händen und Füssen ein vertrocknetes Croissant mit einem Café au Lait bestellen wollte … doch um das geht es hier nicht.
Cointrin hin, Cointrau her, ich musste mich entscheiden, ich entschied mich, machte mich auf, die nach frischem Sonnenlicht und gestandenem Schweiss duftende Halle zu erobern. Ich sprach mir Mut zu, machte einen Schritt mit Anlauf und schon stellte sich mir am Eingang dieses blöde Bänkli in den Weg – Ein intensives Aua und danach ein «Liebe Mobiliar …» waren meine letzten jugendfreien Worte. Wer stellt auch nur eine Bank in den Eingangsbereich, was ist mit einem möglichen Fluchtweg ?
Welsches Unihockey ? Eine Hammergruppe haben wir da erhalten, deswegen sehe ich mir diese Teams einmal an, Yens-Morges, Glâne, Sierre oder Kerzers, gut, das ist Freiburg. Diese Orte hört man ja manchmal in Nachrichten oder Verkehrsmeldungen, doch für mich sind sie echtes Neuland. BeO und Bern-Ost sprechen wenigstens meine Sprache. Nachdem ich den Boden meines Bechers sehen konnte, kam dieser in den Poubelle und ich notierte mir die wichtigsten Informationen und wie die Teams zu spielen pflegen. Den ersten Gegner konnte ich leider nicht ausspionieren, denn dieser spielte ja auch sein erstes Spiel gegen uns.

Ich setzte mich auf die Oben beschriebene Bank und auch darauf, dass dieses Team so spielen tut, wie die Ortschaft geschrieben oder ausgesprochen wird: Treyvaux, noch Fragen ?
Wie sich herausstellen sollte, eine lösbare Aufgabe, auch für einen kleinen Kader wie unseren. Zu Beginn noch etwas aufgeregt und unsortiert, steigerten wir uns und das Resultat sprach am Ende eine deutliche Sprache. Alle Spieler mussten oder durften ran und dies tat dem Bilden des Teams sowie dem Zusammenhalt gut.

I’m part of it, ein Teil dieser Unihockeytwelt, you’re part of it, jeder einzelne Spieler zählt, was nach einem Ohrwurm tönt, entspricht den Erfahrungen, die wir im zweiten Spiel des Tages machen durften. Yens-Morges war am Zug und wir wurden gezwungen, ein Top-Spiel abzurufen. Gehe es wie in der Champions League, triffst du den Favoriten erst dann, wenn der Chübel in der Halle steht. Doch unterbesetzt, wie wird das gehen ? Fragen über Fragen … nach intensiver und detaillierter Matchvorbereitung, wagten wir uns an diesen technisch versierten und lauffreudigen Gegner. Wir hatten einen Plan und daran haben wir uns echt lange gehalten. Aufgrund sinkender Energiereserven mussten wir uns zum Schluss knapp geschlagen geben, sind jedoch überzeugt, mit mehr Ressourcen und breiterem Kader, diesen Gegner ebenso bezwingen zu können wie andere auch.
Es macht richtig Spass, diesem Team zuzuschauen und die Entwicklung der Spieler als homogene Teile des Ganzen zu erleben. Vorhang auf und Bühne frei, für Zauberei und Gauklerei. Jetzt geht es los, wir sind nicht mehr aufzuhalten, hier spielt die Musik !!

Ich erhebe mich von meinem Bänkli und mache mich gefasst und freudig auf den Heimweg, denn allumfassend gesehen, ein tolles erstes Kapitel der Geschichte und wir schauen, wohin es geht, nach Oben, nach Unten oder bleiben wir Mitten drin ? Ein-, zwei Sachen sind noch zu tun, doch wir kriegen das schon hin. Hopp FBK !! (sn)