Im Jahr 2024 wird sie 40 Jahre her sein, die Gründung des ersten Unihockeyvereins in der Gemeinde Köniz. Der damals gegründete UHC TLS Köniz schloss sich danach 1998 mit dem 1987 gegründeten UHC Lerbermatt zum heutigen Floorball Köniz zusammen. Auch wenn die Geschichte unseres Sportes allgemein, respektive des Unihockeys in Köniz immer noch relativ jung ist, so gibt es doch viele interessante Anekdoten und dazu gehörige Personen, die der aktiven Spielergeneration wie auch einer Vielzahl der übrigen Vereinsmitglieder völlig unbekannt sein dürften.
Mit einer dieser Personen, Thomas von Grünigen, haben wir Kontakt aufgenommen und ein Interview geführt. Aufgrund der zahlreichen Berichte zur US-Präsidentschaftswahl und der Erstürmung des Capitols dürfte Thomas als US-Korrespondent des Schweizer Fernsehens für die Meisten ein bekanntes Gesicht sein.

So kennt man Thomas von Grünigen heute. Vor der Kamera des Schweizer Fernsehens als US-Korrspondent (screenshot SRF)

Bei Deinem US-Journalistenkollegen Peter Düggeli wissen wohl noch einige in der Unihockeyszene, dass er eine Vergangenheit als Spieler und Trainer im Unihockey hat. Thomas, auch Du bist ein Unihockeyaner und erst noch einer der ersten Stunden. Wann und wie hattest Du ein erstes Mal Berührung mit unserer Lieblingssportart?

Das ist verdammt lange her. Es muss Ende der 80ger-Jahre oder Anfangs 90ger-Jahre gewesen sein, als die Mannschaft noch UHC TLS Köniz hiess. Rückblickend war es eine verrückte Zeit. Die Regeln änderten sich von Saison zu Saison, auch die Stöcke waren in den ersten Jahren noch ganz anders. Wir konnten froh sein, wenn wir eine Halle für das Training hatten.

Was waren Deine Stationen als Spieler?

Die Erinnerung ist nicht mehr sehr genau. Ich weiss noch, dass ich in der zweiten Mannschaft auf dem Kleinfeld anfing. Irgendwann schaffte ich es via U21-Team ins Kader der ersten Mannschaft. Zudem war ich für kurze Zeit als Junioren-Assistenztrainer tätig. Nach etwa zwei Saisons in der ersten Mannschaft entschloss ich mich schweren Herzens, den Sport aufzugeben, um mich stärker auf die Schule konzentrieren zu können.

Was waren Deine prägendsten, Deine schönsten Erlebnisse im Unihockey?

Thomas von Grünigen im Einsatz (Screenshot SRF-News)

Mein Highlight war ein internationales Turnier mit der ersten Mannschaft in Prag (Anmerkung: Thomas meint damit das Czech-Open 93 und 94, die beiden ersten Durchführungen dieses Traditionsturniers bei welchen UHC TLS Köniz beide Male teilnahm). Wir spielten gegen schwedische Top-Teams wie Pixbo, die uns damals um Klassen überlegen waren. Aber wir verteidigten hochkonzentriert und zogen uns – trotz der erwartbaren Niederlagen – ganz ordentlich aus der Affäre.

Hast Du heute noch Berührungspunkte mit Unihockey, mit Floorball Köniz? Schaust Du noch regelmässig was bei FBK abgeht, Homepage, Stream, Torzusammenschnitte?

Wenn ich in Schweizer Online-Medien Artikel über FBK sehe, lese ich diese gerne. Aber um ganze Spiele zu verfolgen, fehlt mir in der aktuellen Funktion die Zeit. Ich habe seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt. Aber manchmal träume ich im Schlaf davon, wieder auf dem Feld zu stehen. So ganz abgeschlossen scheint das Unihockey für mich also noch nicht zu sein.

Unihockey in den USA, läuft da was, hast Du da schon mal was vor Ort mitbekommen?

Es gibt eine Unihockey-Gruppe von Europäern in New York. Ich wollte unbedingt mal zum Training. Doch dann kam Corona und legte das Leben in der Stadt lahm. Ich weiss nicht, ob es die Gruppe überhaupt noch gibt. Medial findet Unihockey in den USA nicht statt.

Hast du im Unihockey etwas gelernt, was dir heute im Berufsleben hilft?

Das Unihockey half mir, mit der Zeit einen gewissen «Killerinstinkt» zu entwickeln. Technisch war ich nie ein auffälliger Spieler, aber ich konnte vor dem gegnerischen Tor durchaus effizient sein. Mich haben Spieler, die kurz vor Schluss den Ball irgendwie zum entscheidenden Tor über die Linie wursteln, immer inspiriert. Diese Mentalität, genau dann ein Optimum zu liefern, wenn es wirklich zählt, braucht es auch im Job. Wenn die Kamera läuft, musst du bereit sein. Was vor- und nachher ist, zählt in diesem Moment nicht.

Besten Dank Thomas und alles Gute! Wir hoffen, Dich dereinst wieder einmal bei einem Heimspiel unseres NLA Teams begrüssen zu dürfen!

 

Thomas von Grünigen, knieend zweiter von links in der ersten U21 Mannschaft der Vereinsgeschichte. (Saison 91/92)