Junioren A -Der Pausentee

Junioren A – Kick-Off mit Folgen
(Teil Eins). Die Geschichte eines Trainers, welcher einen geeigneten Ort für den Kick-Off Anlass seines Teams sucht. Der Wecker klingelt früh, mein Blick nach draussen verheisst nichts gutes. Selbst der Kaffee traut sich nicht richtig aus der Kapsel. Das Gesicht im Spiegel scheint das Gleiche zu sein und so mache ich mich an meine heutige Aufgabe. Ich darf das Berner Oberland bereits seit zwei Jahren mein Zuhause wähnen, die Berge, der See und Tourismusregionen all over. Alles was mein Herz begehrt direkt vor der Haustüre. Zusammen mit meiner Motivation mache ich mich auf, um zu suchen, was ich nicht finden werde – doch dieses Scheitern hatte in meinem Kopf am frühen Morgen (noch) keinen Platz. Einen Kick-Off Anlass durchzuführen ist nich ganz so einfach wie man sich das vielleicht vorstellt. Da sollen Ziele definiert und manifestiert werden. Viele Erlebnisse teile ich mit einem solchen Anlass, deswegen bin ich mir sicher, dass dies mit einer gewissen Vorsicht und Demut angegangen werden sollte. Schuhe gebunden, Apfel, Ovoriegel und Getränkeflasche im Rucksack verstaut, beim Tourist Info am Bhf. noch rasch eine Karte zur Orientierung besorgt und los.
Unterwegs Richtung Oberland denke ich an meine Erfahrungen mit solchen Anlässen zurück: mal kletterten wir mit Seil und Steigeisen hoch hinaus, verloren dabei fast unseren finnischen Verstärkungsspieler, Erfolge in der Saison blieben trotzdem aus. Da war der Aufenthalt im Hotel der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Geist Köbi war zwar irgendwie anwesend, doch nicht greifbar. Einzig beim Flug mit der JU-52 sah ich den direkten Vergleich Kick-Off und Saison deutlicher. Langsam gestartet, mühsam gesteigert und am Ende aufgestiegen. «Nächster Halt Spiez: Reisende in Richtung…» ich schnappe mir den Rucksack und während mein Fuss auf dem Perron zur Landung ansetzt, ändere ich meinen Plan und fahre nach Interlaken Ost und weiter Richtung Ballenberg.

Meine Vorstellung beginnt damit, dass es hier einen grossen Berg mit Ballen gibt und die brauchen wir im Unihockey zur genüge. Mir ist die berndeutsche Ausdrucksweise «z Bäuelli» durchaus geläufig. Gern lasse ich dieses Wort in meinen Sprachschatz einfliessen und setze in den Trainings auf Identifikation.
Ich lasse mich fachkundig durch das Museum führen und höre aufmerksam den Möglichkeiten,  die da sind. Wir könnten zusammen ein Seil drehen um am gleichen Strick zu ziehen oder mir wird der Strick gedreht, wenn die Resultate nicht mehr stimmen und mein Team statt Obsi nur noch
Nitzi geht. Stuhl weg, Glück weg. Schweine bestaunen und Glück haben entspricht nicht ganz meiner Vorstellung eines Kick-Off Anlasses. Glück, Schweine, Kaminfeger und dicke Bauern mit dummen Kartoffeln gibt es genug. Ich komme auf andere Gedanken (…) und erstehe im nahen Shop eine
handgemachte Seife. Ja genau, mein Team soll mit allen Wassern gewaschen sein. Was für eine Idee, denke ich und genehmige mir zur Feier noch funktionierender Gedankengänge einen Schluck «Mirischgliich». Nicht aus der mitgetragenen Teekanne werter Leser, sondern im nahen Gasthof Bären. Bärenstark ? Ja das sollten wir sein, so wie das A-Team. Die hatten immer einen Plan und einen Stumpen zum Schluss – den kann ich mir schenken. Während der «Mirischgliich» noch etwas im Hals kratzt, schweife ich weiter ab und komme auf Vertrauen und Vertrauen schenken … genau zu diesem Zeitpunkt setzt sich klein Walter (resp. der Schauspieler welcher klein Walterli spielt) den Apfel auf den Kopf. Ich lasse mich zu einem mutgetränkten Schuss hinreissen. Im Wissen, dass ich dem Walterli vertrauen schenken kann. Mit Apfel, Pfeil, Seife und Seil mache ich mich auf den Weg in Richtung Stockhorn. Wir möchten schliesslich hoch hinaus !! Fortsetzung folgt … (sn)

Author: |2019-05-14T19:11:37+02:0014. Mai 2019|Jun A, Nachwuchs|