Junioren A: Siegreich in Sigriswil

Junioren A – Sinn oder Unsinn, Hauptsache Sinnvoll.

(Teil drei). Die Geschichte eines Trainers, welcher einen geeigneten Ort für den Kick-Off Anlass seines Teams sucht, führt in den beschaulichen Ort Sigriswil. Im Wissen über eine Brücke mit Seilen in schwindelerregender Höhe, freue ich mich, diese zu erkunden. Habe noch rasch ein Bänz über die
Gasse erstanden und geniesse friedli den Apfelsaft. Das gelbe Büssli schraubt sich schnauben und ächzend die Serpentinen hoch. Vielleicht hätte das Poschti den Saft von Bänz eher benötigt, denke ich so bei mir und versuche im Geist, die Drehzahl des Motors mit der effektiven Geschwindigkeit in Einklang zu bringen. Doch eben, ein Auto braucht anderen Moscht und das ist richtig so. Ich habe die Angewohnheit, stets Vorne zu sitzen, nicht um den Fahrer abzulenken. Nein, freie Sicht auf Asphalt und Strasse benötige ich, um mit einem Bein bremsen zu können ?! Tönt komisch, ist es auch – egal, solange es mir gefühlte Sicherheit bringt, lässt sich die Delle beim Beifahrersitz verkraften. Zurück zum Poschti mit verschnupftem Motor, vorbei an Dörfern deren Namen und Grösse sich nicht nach Dorf anfühlen und schon sind wir oben in Sigriswil. Beim Panorama Resort steige ich aus, entschuldige mich höflich für die Delle auf Platz 02b und mache mich auf zur Brücke. Eine wunderbare Geschichte so eine Seilbrücke, es schaukelt so toll, wenn man etwas ruckelt. Erinnert mich an die Chilbi meinem Heimatdorf mit einer Schifflischaukel aus einem anderen Jahrhundert, doch diese Geschichte steht in einem anderen Buch.

Sofort habe ich den Gedanken im Kopf von «Mut und Überwindung». Brauchen wir als Team und es stärkt jeden Spieler wenn er Sicherheit und Vertrauen in sich trägt und dies dem Gegenspieler mit Leichtigkeit deutlich machen kann. Ich bin schon fast auf der anderen Seite angekommen und muss mir ein Lachen über die asiatischen Touristen nur kurz verkneifen. In der einen Hand den Selfiestick mit neustem Huawei, die andere umklammert verzweifelt das Geländer oder den Ehemann. Fragt sich was mehr Sinn ergibt ? Ich schaukle brav noch etwas mehr und denke an «Standfestigkeit und Umgang mit speziellen Situationen» auch eine Möglichkeit die Ziele eines Teams zu definieren und zu verinnerlichen. Mit sicherem Boden unter den Füssen schaue ich zurück, mittlerweile umklammert der Ehemann hilfesuchend den Selfiestick, und mit dem Huawei wird fleissig influentzt. Bleibt festzuhalten, bleich werden ist human und kann Jeden treffen.

Dem Schreiberling ist dies auch passiert und er denkt gerade an jenen Moment damals im Himalaya zurück. Die Brücke wie aus einem Indiana Jones Film, morsche Bodenplanken, wir mit Rucksack in der Mitte und von der anderen Seite stürmt eine Herde von Yacks heran. Die Tiere vollbepackt,
stampfend und schnaubend – fast wie das Postauto – in horrendem Tempo auf uns zukommend. Ein Sherpa in Flipflops und mit einem Blick, bei welchem dir jeder Gegner den Weg zum Tor freiwillig freimacht. So stürmt die Horde auf uns zu. Und wir ? Wir umklammern die Seile und harren der
Dinge die da kommen … die einzige Möglichkeit zu entkommen bestand darin, so schnell zu Laufen wie möglich. Das taten wir gefühlte Stunden später doch noch. Sekunden später, wir weg von der Brücke und die Horde rauschte an uns vorbei. Pphuuu …

Zurück ins Hier und Jetzt: Kick-Off ist gut und recht, macht Sinn oder nicht ? Aus diesem Grund gehen wir Gokart fahren. Unser Motto wird sein: «Wir überholen sie Alle», essen im Anschluss eine fette, geile Pizza und geniessen unseren Status als Team im Bereich Breitensport. (sn.)

Author: |2019-05-28T18:34:19+02:0028. Mai 2019|Jun A, Nachwuchs|