Junioren B: Familenanlass Teil 2

Geschafft !! Wir können die Fingernägel aus dem Mund nehmen und wieder mit dem Atmen beginnen – pphhuuuu ein, pphhuuuu aus, pphhuuuu ein … Ziel erreicht, Platz 2 gesichert !!
Den Spieltag haben wir, zusammen mit einigen «Muttis, Papis und Geschwistern» in der Nähe von Moutier verbracht. Das war ein veritabler FBK Familienanlass, fehlten nur noch die Hunde und ein Prosecco auf der Zuschauertribüne. Das ist ausbaufähig !
Vor wenigen Tagen auf der Fahrt durch die nie enden wollenden Kreisel einer hübschen Berner Vorortgemeinde. Ich mache mir Gedanken über mein Team, die Spieler welche wollen und können und jene, die sollten und nicht immer möchten. Ich frage mich: werden wir unser Ziel erreichen und falls ja, wie machen wir das ? Fragen über Fragen. Plötzlich rot, ich halte. Die Gedanken schweifen ab … im Radio bringen sie irgendwas über den SCB und wie der Bär aus dem Winterschlaf geweckt werden muss ? Die Ampel stellt auf grün, der Motor stottert, ich habe voll verpasst loszufahren, komme etwas unter Druck und suche verzweifelt die Kupplung. Doch mit Druck weiss ich umzugehen. Schliesslich zähle ich mich zur Gilde der Trainer, welche am Feierabend Jugendliche durch die Halle hetzen darf. Als Trainer im Breitensport bist du dir rasch im klaren, dass du nie an die Honigtöpfe der Profis kommen wirst. Diese Töpfe besetzen andere Übungsleiter in anderen Sportarten deren Geschichte historisch bedingt nachhaltender ist. Punktgleich und mit 35 erzielten Toren liegen wir auf Rang zwei und unser Gegner auf Rang zwei-plus der Tabelle.

Kupplung und Gedanken sind wiedergefunden, so mache ich mich auf den Heimweg, sollen wir mit Pressing spielen, Hawaiigame, Zirkus,- oder doch Salami-Taktik ? Jedenfalls körperbetont, hart, den Ball haltend und fair. Etwas für die Tordifferenz müssen wir im ersten Spiel machen. Dies der Plan für Sonntag. In den Trainings wird dementsprechend darauf hingearbeitet. Am Mittwoch sosolala, am Donnerstag erst recht.

Der Sonntag kommt, die Zeitverschiebung ebenfalls. Mit Wonne und Freude machen wir uns auf zur «Blueschtfahrt» in den Jura. Die Tore für die Tordifferenz gelingen uns im ersten Spiel nur teilweise. Doch wir sind zufrieden mit dem gezeigten.

Nach einem gründlichen WarmUp und bereit bis in die Haarspitzen, starten wir in das alles entscheidende Spiel. Der Trainer ist sehr angespannt, genauso die Zuschauer. Toller Start, rasch sind wir in Führung, der Gegner beschränkt sich auf den Versuch, uns mit Überhärte und gemeinen Fouls aus dem Tritt zu bringen. Doch sämtliche 13 Schlüsselspieler von FBK halten mit ein wenig «kuulness und viel kleverness» dagegen. Auch das Nachmessen des Stocks des Captain hat uns nur fast aus dem Tritt gebracht. Nach weiterem Austausch von Nettigkeiten und einer erzwungenen «Coaches-Challenges» des Könizer Übungsleiters, plätschert das Gebotene vor sich hin und wir spielten «das Ding» runter. Ohne weiter ins Schwitzen zu kommen, holten wir die Punkte und sicherten uns Rang zwei. Ein tolles und verdientes Ergebnis, welches wir zum Ende erhalten haben. Nicht gestohlen, nicht glücklich, nicht einfach so.

Ich habe meinen Spielern in einer flammenden Kabinenansprache erzählt, dass ich sehr stolz sei auf sie. Egal wie es auf der «anderen Seite» nach dem Spiel ausschaut, diesen Weg den wir gegangen sind, soll jeder Spieler im Herzen behalten. In diesem Team ist nicht mehr viel vom «Schulsport des vergangenen Sommers» zu sehen. Danke euch vielmals für dieses Erlebnis und die Erfahrungen, welche ich nun die meinen nennen darf. Wir werden uns bald im Training wiedersehen und weiter rocken. Wie singt eine englische Rockband so passend:  dä schou mast go on !!

P.s:
Werte Leser, kennen sie die Sticker aus dem Bünderland, die hinten ans Auto geklebt werden können: «Mein Ziel Savognin» oder «Davos – my love» ?! Ich habe mir spontan einen solchen Sticker ans Auto geheftet und dort steht: «Derendingen kann nicht Gewinnen». Herzlichen Dank gilt sämtlichen Eltern, Grosseltern und Geschwistern, welche uns durch die Saison begleitet und stets mit helfenden Händen bereit gestanden sind. Ich wünsche allen einen schönen Sommer und viele tolle Momente. (sn.)

Author: |2019-04-02T19:09:15+02:002. April 2019|Jun B, Nachwuchs|