Junioren B – können wir «Karma» einwechseln ?

Ach… immer diese Trainer: werter Leser, eine ganz spezielle Spezies sind diese Trainer ja schon. Es scheint wie bei einem Goalie zu sein, egal in welcher Sportart und auf welchem Level, einen gewissen „Knacks“ zu haben, fördert das Wohlbefinden zwischen den Pfosten.
Schon länger suche ich bis dato vergebens die vielen Ecken, welche am Spielfeldrand liegen müssten? Sollte es helfen einen «Eggä ab zu haben…» doch wo sind diese denn hin ?
Immer diese Trainer: mir ist an der finalen Runde in Gümligen wieder bewusst geworden, welche «Modelle» sich am Rand des Bänkli die Ehre geben und wie die Sportler darauf reagieren. Dies zu beobachten ist immer wieder ein Genuss und bestätigt meine innere Überzeugung, mich nicht in diese «Modellpalette» hineinziehen zu lassen und hoffe, falls das mal eintreffen sollte, mir meine Spieler das klar und deutlich sagen/zeigen.
Zurück zu den Modellen und den Beobachtungen: es gibt solche, die nicht aktiv gewesen sind und dauernd aufs Feld schreien, «mach was druus !?» oder solche, wo der Sohn eine tragende Rolle im Team spielt und als Kompromiss andere Jungs auf der Bank sitzen und sehnsüchtig auf einen Einsatz hoffen. Diese Spezies «meckert lautstark» über die Leistung des Schiri und beeinflusst auf die Dauer ein Spiel negativ. Ich frage mich: braucht es drei Torhüter in einem Team an einem Turniertag? Da sind die jungen Jungs, die mit Freundinnen und deren Freundinnen die mit Kolleginnen und Kollegen kommen. Bei Teams mit diesen Trainern habe ich mich nie getraut, mich direkt hinter der Spielerbank zu platzieren, hatte immer
Angst, die Trainer «verlieren» noch die Hosen?! Komische Mode für einen Sportanlass – aber jung und trendy halt. Ok. Es gibt Eltern, welche aus der Not heraus handeln und mangels Alternativen auf «Del Curto» machen. Bei jedem Anblick eines solchen Spiels berührt es mich, wenn ein hilflos wirkender Vater neben seinem Team auf dem Bänkli sitzt und den Schlusspfiff herbeisehnt. Sitz NIE neben dein Team, denn du hast es während dem Spiel zu schützen und brauchst Platz um zu denken, zu handeln und das Spiel zu überblicken. Bewege dich… nimm dir den Raum.

Da sind die «Besserwisser-Trainer», bei denen in grossen Lettern auf dem Rücken COACH steht – uuhhhh da sträuben sich meine Nackenhaare, da verspüre ich beim Schreiben schon Aggression in mir. Weiter zu jenen, die schon gefühlte 100 Jahre beim Verein sind, dort schon fast alle Ämter innegehabt haben, überall und bei allem eine Meinung haben und nun zum Schluss, mit gutem Gewissen den Nachwuchs «verhunzen» dürfen. Ein ganz spezielles Volk, nur wäre für den geübten Betrachter eines Spiels von Vorteil, wenn das Poloshirt desjenigen nicht auch das entsprechende Alter sondern die entsprechende Grösse hätte. (Bild weg).

Ich bin mir bewusst, dass auch ich einen Ausdruck habe und mein Coaching dementsprechend rüberkommt. Nur, das bin ich, authentisch, echt, direkt. Wo Stefan ist, ist Stefan drin. Auch ich habe Aberglaube und Rituale wie die Spieler. Manchmal war es wie auf einem Familienausflug: die gleichen Trainer, die selben Schiris und  das noch in französischer Sprache – mondiöö – nicht immer dieselben Hallen, dafür die selben Eltern und Grosseltern, wunderbar. Zum Glück fehlte der «zu feuchte» Kuss von Lippen mit «zu viel» Schminke meiner Tante und das «wuscheln» in meinen Haaren, welche einmal eine Frisur waren, vermisste ich keineswegs. Doch, ich habe es genossen mit den Jungs diese Reise zu bestreiten und habe es aus tiefem Herzen gern gemacht.

Apropos Spieler: Meine Spieler sind gerannt, gegangen, haben gekämpft, gejammert, genossen und gejubelt. Wir haben den Platz erhalten, welchen wir dank unseren Leistungen verdient haben. Manchmal haben wir es den Gegnern zu einfach gemacht und haben nicht immer das gezeigt, was wir zeigen könnten. Ich sehe dies als Entwicklungsmöglichkeit und bin mit dem geleisteten durchaus zufrieden. Gut gemacht.

Immer noch diese Trainer: ich betreute mal ein Team welches nicht immer ganz so funktionierte wie gewünscht und ich hoffte eines Tages auf etwas «positives Karma» – einen späten Siegestreffer, einen entscheidenden Save unseres Goalies oder auch einen Pfostenschuss – what ever… Natürlich sprach ich auch im Team darüber und das wir einen aussergewöhnlichen Moment bräuchten. In einem der nächsten Trainings kam eine Spielerin zu mir, zupfte an meinem Pulli und meinte: sie könne ihre Cousine fragen um mitzuspielen, die heisse «Karma» und sei ziemlich gut mit Stock und Ball (noch Fragen) ?
(sn.)

Author: |2019-03-26T09:29:06+01:0026. März 2019|Jun B, Nachwuchs|