Sowohl die Unihockey wie auch die Eishockey Saison sind seit einiger Zeit vorbei, trotzdem kamen am Mittwoch Abend über 1000 Fans in die Weissenstein Sporthalle in Köniz, um dem Spiel zwischen Floorball Köniz Bern und dem Eishockey Team des SC Bern beizuwohnen. Eine kleine Chronik eines grossartigen Anlasses. 

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Das Resultat war an diesem wunderschönen Mittwochabend ziemlich nebensächlich. Es war der Event an sich, der schlicht grossartig war. Grossartig, weil mit über 1000 Fans so viele Menschen in die Halle strömten wie während der Unihockey Meisterschaft fast nie. Grossartig, weil die anwesenden Fans, darunter viele Kinder, so nahe an ihre Stars kommen konnten wie sonst eigentlich nie und beide Teams danach für Autogramme zur Verfügung standen. Und natürlich auch grossartig, weil mit Brian Abey vom SC Bern und Fabian Michel von FBK zwei ausgewiesene Kenner der jeweiligen Szene die Partie wie eine TV-Sendung kommentierten und so für die einen das Eishockey und für die anderen das Unihockey erklären konnten. Die beiden sorgten mit ihren höchst unterhaltsamen Kommentaren dafür, dass dieser Abend für macheinen zu einem unvergesslichen Moment geworden ist.

Eines sei grad vorweg genommen, der SC Bern spielte auf fremdem Terrain und vor allem auch auf völlig ungewohnter Unterlage und hatte entsprechend gegen die Unihockeyaner von FBK resultatmässig nicht den Hauch einer Chance. Die Unihockeyaner gewann die Partie überlegen mit 9:3 (3:0; 1:2; 5:1). Dass das Resultat am Schluss nicht noch höher ausgefallen ist, lag einzig am Umstand, dass die Könizer tendenziell immer wieder mal einen Pass zu viel spielten und sich nicht mit «einfachen» Toren zufrieden gaben. Trotzdem: auch die Spieler des SC Bern spielten sehr engagiert und trugen sehr viel dazu bei, dass den zahlreich anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauer einiges geboten wurde.

Beide Teams befinden sich seit über einem Monat im Sommertraining, das ohne Stock vonstatten geht, was die eine oder andere stocktechnische und spielerische Unzulänglichkeit zu erklären vermag. Trotzdem war klar ersichtlich, dass die Unihockeyaner auf ihrer eigenen Unterlage und mit dem eigenen Arbeitsgerät deutlich im Vorteil waren. Vieles, was einen guten Eishockeyspieler ausmacht, ist im Unihockey nicht erlaubt. So darf man im Unihockey keine Checks anbringen, viele Stockberührungen werden sofort als Stockschlag geahndet und die Handhabung des viel kürzeren Unihockeystocks erfordert eine andere, filigranere Stocktechnik. So kam es immer wieder vor, dass ein Unhockeyspieler seinen Eishockey-Gegner mit einer simplen, kleinen Stocktäuschung ins Leere laufen liess.

Aber klar, auch die Eishockeyspieler des SC Bern verfügen über Skills, dank denen sie phasenweise doch mithalten konnten. Konditionell bekundete der SC Bern keinerlei Probleme, auch die Schnelligkeit auf dem Hallenboden, ohne Schlittschuhe, war beeindruckend. Zudem zeichneten sich die Eishockeyspieler durch grosse Übersicht und beeindruckendes Spielverständnis aus. Wehe, wenn sie mal Tempo aufgenommen hatten! Zudem ist ein Eishockeyspieler in der Lage, einen unglaublichen Druck auf den Stock zu bringen. Die immer mal wieder abgegebenen Backhand-Schüsse waren von ungewöhnlicher Stärke und Schnelligkeit. Und ein grosses Lob gebührt dem SC Bern für die grosse Fairness. Es ist nicht selbstverständlich, sich so schnell auf eine im Vergleich körperlose Sportart einzustellen.

So kam der SC Bern im zweiten der je 15-minütigen drei Drittel kurzzeitig wieder auf 2:3 heran. Das erste Tor resultierte aus einem fantastischen und schnellen Gegenstoss. Mit tollem Direktspiel und einem one-timer zum Schluss liessen sie dem FBK-Torhüter keine Chance. Und nur wenige Sekunden später folgte der zweite Treffer des SC Bern, auch dieses Mal nach einer sehenswerten Kombination, die Yanick Sablatnig erfolgreich abschloss.

Danach schalteten die Könizer Unihockeyaner aber einen Gang rauf und konzentrierten sich vermehrt darauf, am Ende einer filigranen Kombination auch ein Tor zu erzielen, was aus den oben beschriebenen Gründen auch gelang. So endete die Partie schliesslich mit 9:3 zugunsten des Könizer Heimteams. Auch das anschliessende Penaltyschiessen gewannen die Unihockeyaner mit 2:0.

Schön, dass so viele Fans in der Könizer SpoHaWe waren, schön, dass die Spieler zweier ähnlicher doch trotzdem grundverschiedener Sportarten grosses Kino boten und schön, dass beide Teams auf dem Feld ihre jeweiligen Stärken zu zeigen vermochten. Und wer weiss, vielleicht geht der eine oder andere, der bisher nur Eishockeyspiele besuchte in der nächsten Saison an eine Unihockeypartie und umgekehrt. Und auch eine Wiederholung des Events ist sehr wünschenswert.

Text : Valentin Lagger